| Susann Wintsch, Zürich 2005
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Hellblaue Fussgängerstreifen lagern über glitschigen und brodelnden Landschaften. Braune Streifen kreuzen sich wie Sterne oder Pflaster vor flüssigen Galaxien. Auf regenbogenfarbenen Gaswolken, die sich ineinander auflösen, schwimmen hauchdünne, durchlässige Holzstücke. Gerade noch breiteten sich die Flüssigkeiten in den Bildtiefen aus, doch plötzlich tropfen sie durch die dünne Haut, die sich zwischen Hier und Dort aufspannt, in den Vordergrund, und ergiessen sich um ein Haar in die reale Welt. Unwillkürlich hält man seinen Blick an den rosaroten Punkten fest, die wie Stege über die dünnen, öligen und giftigen Schichten gespannt sind, um von dort aus die schwindelerregende Perspektive in Ruhe zu beobachten. Von hier aus kann man sich treiben lassen, und erkennt dabei die List des Künstlers, uns in die Ordnung der Welt selbst zu stossen: Seine Brücken bewahren uns zwar vor ihrem Unbill, doch verbergen, ja verfälschen sie ihre unkontrollierbare Unergründlichkeit. So lehnen wir uns ein weiteres Mal über die Kante, schauen unter den Steg, verlieren uns, tauchen unter, damit unsere Ideale aus dem Lot geraten. zurück |